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Südkurier vom 20.08.2010

 

Selbst Klarinettenmarmelade schmeckt

Quartetto Prosecco begeistert Zuhörer im vollbesetzen Café Kurz

 

 

Bild: Troll

Zwischendrin gab's für die Musiker von „Quartetto Prosecco“ stilgerecht ein Glas Prosecco von Gastgeberin Susanne Kurz (von links): Dieter Gebauer, Doris Leberer, Simone Maldoner und Viktor Moor.

 

Deggenhausertal – Sie spielten mal klassisch, mal jazzig – und interpretierten ihre vielfältige Liedauswahl stets perfekt. Die vier Klarinettisten von Quartetto Prosecco spielten sich am Mittwochabend in die Herzen der zahlreichen Zuhörer. Rappelvoll war das Café Kurz in Deggenhausen.

Dieter Gebauer, Simone Maldoner, Viktor Moor und Doris Leberer von Quartetto Prosecco haben bei ihrem ersten Auftritt im Café vor einem Jahr wohl beste Eindrücke hinterlassen. Auch vorgestern waren die Gäste wieder begeistert. Die seit zwei Jahren zusammen spielende Gruppe hat sich weiterentwickelt. „Wir spielen so ziemlich alles, was mit Klarinetten machbar ist“, sagte Dieter Gebauer. Seine Moderation bestach durch trockenen Humor, der jedem Genre gerecht wurde. Zuerst haben sie das klassische Feld abgegrast, um anschließend beim Stadtrundgang mit Mozarts „Zauberflöte“ die Oper zu streifen.

Den bekannten Ohrwurm „Anitras Tanz“ von Peer Gynt spielten sie pfiffig, klangvoll und rhythmisch perfekt. Mit den Beatels und „When I'm sixtyfour“ begann der Einstieg nach einer kurzen Pause. Mit der üppigen ungarischen Dworzak-Weise „Tanz No 8“, dem extralangen Musikstück, das eigentlich für Orchester geschrieben wurde, haben die vier Musiker ihre eigene Freude am Musizieren gänzlich ins Publikum schwappen lassen. „Nun spielen wir eine Klarinettenmarmelade“, sagte Gebauer, „da ist alles drin und am Ende erkennen Sie nix mehr“. Sie wagten den Spagat von der Tritsch-Tratsch-Polka von Strauß bis zum fast schon lasziv interpretierten Blues „Summertime“.

Die musikalische Vielfalt war unerschöpflich und mit Vittorio Montis „Csardas“ lieferten die vier Musiker ein wahres Bravourstück ab. Spätestens da wurde belehrt, wer glaubte, Klarinettenmusik sei was für Langweiler.

Nach einer Zugabe und der wunderbaren Interpretation von Bachs „Air“ schickten sie die Gäste auf den Nachhauseweg. Obwohl dieselben gerne noch mehr gehört hätten, dankten sie den zweistündigen musikalischen Hochgenuss mit herzlichem Applaus.

Angelika Troll