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Benefizkonzert  für Haiti

Der Initiator:                     

Südkurier vom 6. Juni 2010   Schwäbische Zeitung vom 5. Juni 2010
Mit Musik gegen Armut und Traumata   Ein Zivi hat die zündende Idee

 

Jugendliche Musiker und Nicolai Fedder engagieren sich für Haiti mit einem Benefizkonzert

Deggenhausertal (atr) Es groovte, sie swingten, sie sangen und zuweilen jazzten sie ab, die Musiker beim Benefizkonzert für Haiti. Mit Musik die katastrophalen Zustände im Erdbebengebiet Haitis unterstützen – das war die Idee von Nicolai Fedder, der demnächst sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Musikschule Markdorf beendet. Sein großes Jahresprojekt widmete er Haiti und dem Verein „Start“.

Zahlreiche Gäste waren am Sonntag zum Benefizkonzert ins Café Kurz nach Deggenhausen gekommen, um die drei Musikschul-Bands zu hören. Bevor die vier Saxophonisten von „Sire“, Florian Loebermann, Benjamin Engel, Wolfgang Ziegler und Alexander Schirmer, mit eher klassischem Repertoire den mehrstündigen Musikevent eröffneten, erklärte Hans-Konrad Andler von „start“ die Arbeit in Haiti. Die Idee, verschiedene Künste pädagogisch und therapeutisch zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse einzusetzen, komme in Haiti gut an, so Andler. Die nächsten beiden Teams gehen Ende Juli wieder nach Port-au-Prince, sagte Sebastian von Tschammer. Dazu brauche der Verein Geld. Mit neuen Projekten in die Zeltstädte gehen, den Menschen dort den Umgang mit dem Erlebten erleichtern, das sei ihr Ziel. „Wir mussten beim Abschied nach unserem letzten Einsatz im Frühsommer versprechen, wieder zu kommen“, so von Tschammer. Nun sammeln sie Geld für Materialien, Flug und Unterkunft, um weiter helfen zu können.

 Am Sonntag haben zahlreiche Menschen sich von der Arbeit um „start“ informiert, die Fotoalben und die Ausstellung angeguckt und nicht zuletzt den vielfältigen Klängen der drei Jazzbands gelauscht. Waren „Sire“ beschaulich, teils anspruchsvolle Kost, bis hin zu australischen Rhythmen und englischen Kirchenliedern, so begeisterte die Big Band der Musikschule „The Hoppin‘ Mad Horns Jazz Orchestra“ unter Leitung von Florian Loebermann mit Swing und Jazz. Die vielen Solo-Einlagen der unterschiedlichen Instrumente beeindruckten und Alisa Stötzners Interpretation von Aretha Franklins „Respect“ wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt.

Während „Sire“ sich drinnen mit Konzertbestuhlung präsentierte, hoffte die Big-Band, die aufgrund ihrer Mannstärke eine Freiluftbühne hatte, auf gutes Wetter. Sie versuchten mit hoffnungsvollen Blicken gen Himmel die Wolken wegzuspielen. Hat nicht geklappt. Nach wenigen Stücken mussten die Musiker wieder einpacken. Das Publikum drängte ins Innere des Cafés.

Noch einen beachtlichen Teil zum musikalischen Spendenmarathon hat ab halb acht die „Penalty Jazz Combo“ unter Leitung von Nicolai Fedder beigetragen. Sie spielten mit Herzblut für die Kinder in Haiti und das auf höchstem Niveau. Die ehemaligen Schüler der Musikschule zeigten eine Instrumentenvielfalt, die ihresgleichen sucht. Die Aktion läuft weiter im Café Kurz bis zum Mittwoch. So lange hängt auch die Fotoausstellung von „Start“ dort aus.

 

 

 

 

(DEGGENHAUSEN/sz) Im Zeichen eines Hilfsprojekts für traumatisierte Kinder in Haiti stand der vergangene Sonntag im Café Kurz. Zugunsten des international tätigen Kinderhilfswerks „Start“ traten gleich drei Musikgruppen auf: Das Saxophonquartett „Sire“, die Big Band der Markdorfer Jugend-Musikschule „The Hoppin‘ Mad Horns Jazz Orchestra“ und die Jazzcombo „Penalty Jazz“.k 

 

„Start“ – dieser Begriff steht nicht nur für schnelle Hilfe für Kinder und Jugendliche vor Ort in Krisengebieten. In ihm enthalten ist auch das Wort „Art“, und das bedeutet pädagogische und therapeutische Hilfe im Rahmen eines künstlerischen Konzepts. Denn die Kinder in den weltweiten Kriegs-, Krisen- und Katastrophensituationen kennen im Allgemeinen diese Dinge nicht: Mit Freude malen, plastizieren, singen, musizieren und Theater spielen.

Damit versuchen die qualifizierten Fachkräfte von „Start“, die ihren Urlaub opfern, um für die Hilfsorganisation zu arbeiten. Sie bauen bei den Kindern Ängste ab, damit sie ihr Selbstvertrauen wiederfinden. Da ein Ersteinsatz von „Start international“ sich zunächst über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen von Stiftungen finanziert und erst danach weitere Einsätze mit öffentlichen Geldern unterstützt werden, ist der Verein für jede Spende und jede dahingehende Initiative dankbar. Aber nicht zuletzt kann der Verein auch nur durch die Flexibilität seiner Mitarbeiter existieren und helfen.

Konzert steigert Bekanntheit

So entschied sich auch der 21-jährige Zivildienstleistende Nikolai Fedder dafür, für ein im Rahmen seines freiwilligen sozialen Jahres einzubringendes Projekt, ein Benefiz-Konzert zu organisieren. Der ehemalige Waldorfschüler, der das FSJ in der Markdorfer Jugendmusikschule absolviert, hat mit dem Projekt gleich mehrere Steine ins Rollen gebracht. Erstens bewirkt er, dass „Start – international“ auch am Bodensee noch bekannter wird.

Und zweitens fließen die Spenden dadurch kräftiger. Doch nicht zuletzt freuten sich die zahlreichen Gäste im Café Kurz, dass sie durch die Hilfswerk-Initiative des jungen Mannes in einen vielschichtigen Musik-Genuss kamen. Denn da war bereits mit der Gruppe „Sire“, die als erste an diesem Abend auftrat, von einem Andante von Caryl Florio über eine Triosonate von Bach bis hin zu modernen Kompositionen für jeden Geschmack etwas dabei.